Die Prüfung war ein Kraftakt und eine ganz wichtige Station auf meiner Reise.
Meine Reise nahm vor ungefähr 5 Jahren ihren Anfang. Damals war ich inmitten eines Jobwechsels und habe mir selber versprochen, dass dies das letzte Mal ist, dass ich einem Job in dem Arbeitsbereich annehme. „Danach mache ich etwas komplett anderes!“ habe ich mir selber gesagt. Obwohl ich damals keine Ahnung hatte was das sein könnte.
Jetzt über 5 Jahre später habe ich mit dem bestandenen Health Coach den ersten großen Meilenstein meiner beruflichen Neuorientierung hinter mir gelassen. Den alten Job habe ich erhobenen Hauptes hinter mir gelassen und ich habe eine Antwort auf die Frage was ich wirklich machen will.
Die bestandene Prüfung ist ein toller Abschluss im wahrsten Sinne des Wortes. Noch viel wichtiger ist für mich jedoch die zurückgelegte Wegstrecke und das was ich für mich mitnehmen konnte. Das schwierigste an einer langen Reise ist oft der erste Schritt.
Als ich mit dem Health Coach begonnen habe, wollte ich ihn bewusst anders angehen als ich bisher (berufliche) Themen angegangen bin. Mich hat die japanische Lebensphilosophie IKIGAI dazu inspiriert einfach loszulaufen und zu schauen was auf dem Weg passiert und Schritt für Schritt meinen Weg zu erkunden und zu vertrauen, dass die Reise die gewünschte Veränderung bringt. Lernen, Erfahrungen machen und sich im Gehen von der Reise selbst entwickeln zu lassen. Im Tun herauszuarbeiten was ich später mit dem Health Coach machen möchte.
Auf der Wegstrecke „Health Coach“ gab es viele Herausforderungen, die Energie gezogen und meinen Willenskraftmuskel ordentlich trainiert haben. Für mich persönlich unendlich wichtig war, dass ich mich beruflich aus einem toxischen Umfeld befreit habe. Meinen eigenen, starken Weg gegangen zu sein – zu meinen eigenen Bedingungen. Die Krebserkrankung meines Schwiegervaters kam erschwerend hinzu. Von der Diagnose im Frühjahr bis zu seinem Tod Anfang Dezember war es kein leichter Weg. Mir war es wichtig die Familie beim Abschied nehmen zu unterstützen und meinem Mann durch zeitweise alleinige Übernahme von Haushalt und Kids Freiräume zu schaffen. Im Herbst kam noch die Krebsdiagnose meiner Schwiegermutter hinzu. Beide Kids brauchten zudem mehr Unterstützung im Bereich Schule. Mein Opa war zeitweise im Krankenhaus und meine Mama hat mich gebraucht, weil sie Angst hatte, dass mein Opa stirbt. Wir haben im Sommer das Untergeschoss unseres Hauses renoviert… All die Themen haben viel Zeit und vor allem Energie gekostet, dennoch habe ich meine Prüfung gemacht. Zwar später als geplant aber ich habe es durchgezogen!
Vor der Abschlussprüfung hatte ich eine Menge Respekt und habe es vor mir hergeschoben. Aufgrund der „Energieräuber“ der äußeren Lebensumstände hatte ich Angst nicht genug Energie für die Prüfung zu haben. Bis eine sehr gute Freundin und Kickboxtrainingspartnerin (Kampfname Hammerfaust) mir ordentlich Dampf gemacht hat indem sie mir angedroht hat, dass die Hammerfaust mich zu Hause besucht, wenn ich nicht spätestens Samstag meine Prüfung mache. „Du musst Dich da rauskämpfen!“ und der einfache Satz „Du schaffst das!“ können Wunder bewirken! Ich habe dann die letzten Energiereserven mobilisiert und trotz Erkältung Samstagmorgens meine Prüfung gemacht. Jetzt ist es geschafft und ich bin stolz auf mich! Nicht nur auf die bestandene Prüfung sondern auch auf die Begleitumstände unter denen ich es geschafft habe!
Enorm wichtig auf so einer Reise sind die Weggefährten, die einen begleiten und prägen. Von Herzen ein RIESENGROSSES DANKE an Laura und Vanessa!!!! Aus den Mental Health Calls habe ich so viele Denkanstöße und Impulse mitgenommen, die mich vorangebracht haben! Ihr seid einfach MEGA!
Diesen Post habe ich am 12. Dezember 2024 unter WINS in der Medletics Community veröffentlicht.
Trotz einer Menge Geröll habe ich den Berggipfel erreicht. Ohne die kontinuierlichen kleinen Schritte wäre ich nie angekommen.
